Geschichte

Die Pflege zu Hause entspricht auch dem Grundsatz der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich «ambulant vor stationär» und ist mehrheitlich deutlich günstiger als eine Hospitalisation.

Entwicklung und Wachstum
In den 20 Jahren seit Bestehen der kispex waren es insgesamt 1700 Kinder, die trotz Krankheit zu Hause sein konnten, und sage und schreibe 520 000 durch kispex geleistete Pflegestunden! Heute ist kispex Zürich, mit Leistungsaufträgen der öffentlichen Hand, eine der grössten Kinderspitex-Organisationen der Schweiz und erbringt mit ihren 100 Mitarbeitenden anspruchsvolle Pflege zu Hause.

Technikintensive Pflege zu Hause
Vor 20 Jahren noch kaum vorstellbar, werden heute auch Kinder zu Hause gepflegt, die auf eine technikintensive Pflege angewiesen sind, z.B. Kinder mit Beatmung, Peritoneal- dialyse (Bauchfelldialyse) oder einem zentralen Venenkatheter (ZVK). Mit der Verände- rung im Gesundheitssystem, z.B. Einführung der DRG (diagnosebezogenen Fallgruppen für ein pauschalisiertes Abrechnungsverfahren), werden an die spitalexterne technik- intensive Pflege hohe Anforderungen gestellt. Die künstliche Ernährung über die Vene kann heute über spezielle Infusionspumpen auch zu Hause verabreicht werden. Voraussetzung für eine sichere technikintensive Pflege zu Hause ist ein professionelles Qualitätsmanagement. Dieses beinhaltet v.a. die kontinuierliche Fortbildung der Pflegen- den mittels interner Workshops, die laufende Überprüfung der Arbeitsabläufe und deren Verbesserung etc.

Vertrauen – die Grundlage einer funktionierenden Pflegebeziehung
Vertrauen, Erreichbarkeit und Kontinuität sind wichtige Grundpfeiler für eine funktio- nierende Pflegebeziehung. Viele Eltern haben zu Beginn der Einsätze Mühe, die Pflege ihrer Kinder an Pflegefachpersonen abzugeben, da sie die Bedürfnisse, Ängste, Vorlieben und Abneigungen ihrer Kinder am besten kennen. Indem wir bei der aus- führlichen Bedarfsabklärung möglichst viele Informationen zu diesen Vorlieben, Ab- neigungen usw. sammeln sowie die Biographie des Kindes und seiner Familie sorgfältig erfragen, wird der Prozess der Vertrauensbildung positiv unterstützt und gefördert. Als weiterer wesentlicher Faktor stellt sich vor allem die personelle und zeitliche Kontinuität in der Pflege heraus. Sie ermöglicht, dass sich das Kind, die Eltern und die Pflegefach- personen kennenlernen und Vertrauen aufbauen können. Ausserdem wird der Aufbau betreffend kongruentem Verhalten der Pflegefachperson gefördert.

Pflegende Angehörige und Finanzierung der notwendigen Leistungen
Die Lebenserwartung chronisch kranker Kinder hat sich aufgrund des medizintech- nischen Fortschritts in den vergangenen 20 Jahren stetig erhöht. Die Kinder und ihre Familien müssen sich oft über einen langen Zeitraum hinweg mit der chronischen Erkrankung arrangieren. In Fachkreisen ist man sich darüber einig, dass pflegende Angehörige sorgfältig mit ihren Ressourcen umgehen müssen. Deshalb ist es nur naheliegend, dass die Versicherer ihre Leistungen dem tatsächlichen Bedarf des Kindes anpassen müssten. Leider ist dem nicht immer so. Seit der Einführung des IV-Rund- schreibens Nr. 308 – dem Leistungsrahmen für Kinderspitex-Leistungen – durch das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) werden immer öfter Leistungen gekürzt oder gar nicht erst zugesprochen. Und dies, obwohl erwiesen ist, dass es schlussendlich kostengünstiger, also wirtschaftlicher ist, wenn pflegende Angehörige frühzeitig und be- darfsgerecht durch Fachpersonen unterstützt werden. Für die Eltern, die ihr Kind zu Hause pflegen, bedeuten die fehlenden oder oftmals zu kurzen Pflegeeinsätze, dass sie immer öfter erschöpft sind und weniger Zeit für ihre gesunden Kinder und den Partner haben, was sich wiederum negativ auf ihre emotionale,  psychische und physische Gesundheit auswirkt.

In der Fachkommission Kinderspitex des Spitex Verbandes Schweiz sowie im Verband Kinder-Spitex Schweiz und im direkten Kontakt mit den Krankenkassen und der IV-Stelle der Sozialversicherungsanstalt Zürich (SVA) setzen wir uns für eine bedarfsgerechte Unterstützung der pflegenden Eltern ein.