Pflege auch in der Nacht


Die kispex-Pflegende Liliane Brunner bringt viel Erfahrung in der Pflege von schwer kranken Kindern mit. Nach ihrer Grundausbildung als dipl. Pflegefachfrau HF mit dem Schwerpunkt Kinder, Jugendliche, Frau und Familie KJFF hat sie ihr Wissen in Intensivpflege (IPS) vertieft und ihre Zusatzausbildung erfolgreich abgeschlossen. Anschliessend war sie über zehn Jahre auf der Intensivstation im Kinderspital Zürich im Einsatz und unterstützt nun seit einem Jahr das Team der kispex Zürich.

Wie sind die Arbeitszeiten in der Nachtschicht?
Liliane Brunner: Die Schicht beginnt zwischen 22 und 24 Uhr und dauert bis am Morgen um 6 oder 7 Uhr. Für Eltern von Kindern mit einer Trachealkanüle, Beatmung oder von Kindern in der terminal palliativen Lebensphase sind die Nachtwachen durch uns sehr wertvoll. Dadurch können sie beruhigt und in Ruhe schlafen und sich erholen. Nachtwachen sind oft anspruchsvoll, da man komplett auf sich allein gestellt ist. Aber das Wissen ist schön, dass man damit betroffenen Familien viel Gutes tun kann.

Welche Pflegearbeiten gibt es nachts zu verrichten?
Dies ist sehr unterschiedlich, je nach Gesundheitszustand des Kindes. Generell macht man in der Nacht nur das, was nötig ist, damit das Kind ruhig schlafen kann und man es nicht in seinen Schlafphasen stört. Eine der wichtigsten Tätigkeiten ist die Monitorüberwachung von Herz und Atmung. Dann gibt es auch Kinder, die in der Nacht inhalieren müssen oder denen Sekret abgesaugt werden muss. Wiederum andere benötigen nachts Medikamente, müssen via Sonde ernährt werden oder werden bei Bedarf umgelagert, um Druckstellen zu vermeiden. Daneben werden die Medikamente für die nächsten 24 Stunden sowie, falls notwendig, die Schoppenernährung für den nächsten Tag zubereitet. Wenn das Kind wach wird, wird es getröstet, beruhigt und man schaut, dass es wieder einschlafen kann.

Warum sind Nachtwachen anspruchsvoll und welche Vorbildung werden hierfür von einer Pflegenden erwartet?
Man sollte bereits viel Berufserfahrung mitbringen, um auch in heiklen Situationen die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Wenn sich der Gesundheitszustand des Kindes nachts plötzlich verschlechtert, wenn z. B. die Sauerstoffsättigung abfällt, muss man schnell und richtig handeln können. Manchmal genügt es, das Kind atemunterstützend umzulagern oder die Belüftung der Lungen bei einer Maskenbeatmung mit dem Stethoskop zu überprüfen. Aber es gibt auch Situationen, in welchen eine Ärztin/ein Arzt oder eine Sanitäterin/ein Sanitäter aufgeboten werden muss. Es ist auch unerlässlich, dass man erkennen kann, ob ein Kind gerade eine Schmerzkrise hat oder aus anderen Gründen weint. Dies ist natürlich nicht immer einfach, aber man lernt immer dazu.

Was gefällt dir an deiner Arbeit hier bei der kispex?
Ich schätze es sehr, dass ich mir Zeit für die Pflege der Kinder nehmen kann. Dadurch ist es mir möglich, eine Beziehung zu den kleinen Patienten aufzubauen. Dies ermöglicht mir auch eine individuelle Pflege, indem ich gezielt auf die Bedürfnisse der kleinen Patienten eingehen kann. Mir gefällt auch der Austausch mit den Eltern und ich nehme mir gerne Zeit, ihre Fragen zu beantworten und ihnen Tipps und Know-how für die Pflege ihres Kindes weiterzugeben.